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Erste Schritte

Lernlotte ist ein digitaler Karteikasten. Du beantwortest Fragen, Lernlotte merkt sich, was davon sitzt — und legt dir jede Frage genau dann wieder vor, wenn du sie sonst langsam vergessen würdest. Mehr musst du für den Anfang nicht wissen.

Dieses Kapitel bringt dich in etwa fünf Minuten von der Anmeldung zur ersten gelernten Karte. Wie Lernlotte im Hintergrund entscheidet, welche Frage dran ist, steht ausführlich in Wie Lernlotte die Fragen aussucht.

Ein Konto anlegen

Klick oben in der Leiste auf Registrieren. Du brauchst nur zwei Dinge:

  • einen Nickname — zwischen 3 und 64 Zeichen. Umlaute sind erlaubt, ein echter Name ist nicht nötig. „Möwe42" geht genauso wie „Thorsten".
  • ein Passwort mit mindestens 8 Zeichen. Keine Pflicht zu Großbuchstaben, Ziffern oder Sonderzeichen — ein längerer, gut merkbarer Satz ist sicherer als „Xy7!q".

Eine E-Mail-Adresse verlangt Lernlotte nicht. Auf dem Registrierungsformular steht das auch so: „Für das Lernportal genügt ein Nickname — keine E-Mail-Adresse nötig."

Je nachdem, wie dein Lernportal eingerichtet ist, erscheint zusätzlich das Feld Einladungscode. Den bekommst du von der Person, die das Portal betreibt. Fehlt das Feld, ist die Registrierung offen und du kannst es ignorieren.

Ein Klick auf Konto anlegen — und du bist angemeldet. Kein Bestätigungslink, kein Warten.

Weil es keine E-Mail-Adresse gibt, gibt es auch keine Funktion „Passwort vergessen". Wenn du dein Passwort verlierst, kann nur die Administratorin oder der Administrator des Portals dir ein neues setzen. Notier es dir also lieber gleich an einem sicheren Ort.

Anmelden und angemeldet bleiben

Auf der Seite Anmelden gibst du Nickname und Passwort ein. Das Häkchen bei Angemeldet bleiben ist von Haus aus gesetzt und sollte es auf deinem eigenen Gerät auch bleiben: Es hält dich 30 Tage lang eingeloggt, und jeder Besuch verlängert diese Frist wieder. Genau das willst du, wenn du täglich kurz lernst — sonst tippst du jeden Tag dein Passwort.

An einem fremden oder geteilten Rechner nimm das Häkchen raus und melde dich hinterher über Abmelden oben rechts wieder ab.

Nach zehn Fehlversuchen sperrt Lernlotte das Konto vorübergehend. Du siehst dann „Konto vorübergehend gesperrt (zu viele Fehlversuche). Bitte später erneut versuchen." Das ist keine Panne, sondern Absicht — warte einfach ein paar Minuten.

Was du nach dem Anmelden siehst

Du landest auf der Startseite mit der Überschrift Meine Fragenkataloge. Ein Katalog ist ein Themenpaket — zum Beispiel „SBF-See" oder „SRC". Für jeden Katalog gibt es eine Kachel mit drei Zahlen:

Zahl Bedeutung
fällig heute So viele Karten warten gerade auf eine Wiederholung. Steht hier 0, ist alles im Plan.
neue heute So viele bisher ungelernte Fragen darfst du dir heute noch neu vornehmen.
Fragen gesamt Wie groß der Katalog insgesamt ist.

Darunter läuft ein grüner Balken mit dem Text „12 von 300 Fragen im Lernprozess". Der zeigt, wie viel vom Katalog du überhaupt schon einmal in der Hand hattest — nicht, wie gut du es kannst.

Siehst du stattdessen „Es sind noch keine Fragenkataloge vorhanden.", dann hat noch niemand einen Katalog angelegt. Das macht die Verwaltung des Portals, siehe Fragen und Kataloge verwalten.

Deine erste Lernrunde

Klick auf einer Kachel auf Lernen. Jetzt bekommst du eine Frage nach der anderen. Es gibt zwei Sorten, und du erkennst sie sofort am Aussehen:

Multiple Choice — unter der Frage stehen mehrere große Antwortknöpfe. Du klickst einen an, und das war's: Der Klick ist schon die Abgabe. Es gibt kein „Bestätigen", keinen Zurück-Knopf. Danach siehst du sofort, ob es stimmte — die richtige Antwort ist grün mit einem ✓, deine falsche rot mit einem ✗ markiert. Mit Weiter geht es zur nächsten Frage.

Aufdeckkarte — hier steht nur die Frage und darunter der Knopf Antwort aufdecken. Überleg dir erst die Antwort, sag sie dir innerlich oder laut auf, und deck sie dann auf. Anschließend bewertest du dich selbst mit 👍 Gewusst oder 👎 Nicht gewusst.

Die Reihenfolge ist entscheidend: erst selbst antworten, dann aufdecken. Wer zuerst aufdeckt und dann nickt, spart sich genau die Anstrengung, die das Lernen ausmacht. Warum das so ist, steht in Warum das funktioniert.

Über jeder Frage steht ganz oben rechts, wie viele Karten noch fällig sind. Nach jeder Antwort blendet Lernlotte kurz ein, wann diese Karte wiederkommt — etwa „Nächste Wiederholung in 4 Tagen."

Irgendwann erscheint 🎉 Für heute ist hier alles erledigt! Dann bist du durch. Das ist kein Abbruch und kein Fehler, sondern das normale Ende einer Runde — siehe Warum heute Schluss ist.

Wie es weitergeht

Komm morgen wieder. Wirklich — das ist der ganze Trick. Zwanzig Minuten täglich bringen dich weiter als vier Stunden am Samstag, und Lernlotte ist genau darauf gebaut.

Wenn du wissen willst, wo du stehst: Statistik und Tageslimit. Wenn du auf einen Prüfungstermin hinlernst: So lernst du damit richtig.

Die Oberfläche

Lernlotte hat bewusst wenige Bildschirme. Wenn du dieses Kapitel einmal überflogen hast, kennst du alle.

Ganz oben, neben dem Segelboot, steht immer Lernlotte — ein Klick darauf bringt dich von überall zurück zur Startseite. Rechts daneben:

Menüpunkt Was dahintersteckt
Start Deine Kataloge mit den Zahlen „fällig heute", „neue heute", „Fragen gesamt".
Fragen Alle Fragen zum Nachschlagen — durchsuchbar, mit Antworten.
Statistik Dein Fortschritt je Katalog, plus dein persönliches Tageslimit.
Hilfe Dieses Handbuch.
Verwaltung Nur für Administratoren: Kataloge, Fragen, Benutzer.

Ganz rechts steht dein Nickname und daneben Abmelden.

Auf dem Handy klappt die Leiste zusammen. Dann findest du dort ein Symbol mit drei Strichen — antippen, und das Menü fährt aus.

Die Startseite

Die Startseite heißt Meine Fragenkataloge und ist deine Schaltzentrale. Jeder Katalog bekommt eine eigene Kachel.

Die drei Zahlen im Detail:

  • fällig heute — Karten, die du schon einmal beantwortet hast und die heute zur Wiederholung anstehen. Solange hier eine Zahl steht, gibt es Arbeit. Die Zahl ist orange hervorgehoben, wenn sie über null liegt, und grün, wenn du durch bist.
  • neue heute — wie viele noch nie gesehene Fragen du dir heute noch vornehmen darfst. Diese Zahl schrumpft im Lauf des Tages auf null und füllt sich um Mitternacht wieder auf. Warum es dieses Limit gibt und wie du es änderst, steht in Statistik und Tageslimit.
  • Fragen gesamt — die Größe des Katalogs, ändert sich nur, wenn jemand Fragen ergänzt.

Darunter der Fortschrittsbalken: „12 von 300 Fragen im Lernprozess". Gemeint ist die Zahl der Fragen, die du überhaupt schon einmal beantwortet hast. Der Balken sagt nichts darüber, wie sicher du sie kannst — dafür ist die Statistik zuständig.

Und die Knöpfe:

  • Lernen — startet die Lernrunde für den ganzen Katalog.
  • Prüfung — startet die Prüfungssimulation.
  • Kapitel — erscheint nur, wenn der Katalog mehr als ein Kapitel hat. Darüber lernst du gezielt ein einzelnes Kapitel, etwa „3. Seemannschaft".

Der Kapitelfilter ist praktisch, wenn dich ein Thema hartnäckig ärgert. Für den Alltag lernst du besser über Lernen ohne Filter: Dann sortiert Lernlotte die Karten aus allen Kapiteln so, wie es fürs Behalten am besten ist.

Die Fragenliste

Unter Fragen liegt der komplette Katalog zum Nachschlagen, 25 Fragen pro Seite. Du kannst nach Katalog und Kapitel filtern und im Text suchen. Jede Frage wird mit ihren Antworten angezeigt, die richtige ist markiert.

Das ist ausdrücklich kein Lernmodus: Was du hier liest, verändert deinen Lernstand nicht — kein Termin verschiebt sich, keine Statistik ändert sich. Nutze die Liste zum Nachschlagen („Wie war das noch mit den Lichtern?"), nicht zum Pauken. Zum Pauken ist der Lernmodus da, und der ist dafür erheblich wirksamer.

Bist du Administrator, steht bei jeder Frage zusätzlich Bearbeiten.

Hell oder dunkel

Rechts oben in der Leiste sitzt ein kleines Symbol — eine Sonne oder ein Mond. Ein Klick schaltet zwischen hellem und dunklem Design um.

Von sich aus richtet sich Lernlotte nach der Einstellung deines Geräts. Sobald du manuell umschaltest, merkt sich der Browser deine Wahl. Stellst du wieder auf das ein, was dein Gerät ohnehin vorgibt, vergisst Lernlotte die Extrawurst und folgt wieder automatisch — praktisch, wenn dein Handy abends von selbst auf dunkel wechselt.

Die Einstellung hängt am Browser, nicht am Konto: Am Rechner hell und am Handy dunkel ist also völlig in Ordnung.

Am Handy

Lernlotte ist fürs Handy gebaut, nicht nur dafür verkleinert:

  • Die Antwortknöpfe sind absichtlich groß — man trifft sie auch im schaukelnden Bus.
  • Die Bewertungsleiste mit 👍 und 👎 und der Weiter-Knopf kleben am unteren Rand, wo der Daumen ohnehin liegt. Bei langen Fragen musst du also nicht erst nach unten scrollen.
  • Beim iPhone bleibt der Bereich um den Home-Balken frei.
  • In der Prüfung bleibt die Fragennummernleiste seitlich scrollbar und der Countdown oben stehen.

Eine App zum Installieren gibt es nicht, und offline funktioniert Lernlotte auch nicht — du brauchst eine Internetverbindung. Ein Lesezeichen auf dem Startbildschirm tut es aber genauso gut.

Lernen

Der Lernmodus ist der Kern von Lernlotte. Du kommst über Lernen auf einer Katalogkachel hinein und bekommst dann Karte für Karte vorgelegt, bis nichts mehr ansteht.

Ganz oben siehst du immer den Katalognamen, gegebenenfalls das Kapitel als grauer Aufkleber, und rechts den Stand: „fällig: 12 · neue heute: 8".

Über der Karte steht der Kopf „Frage 47 · Kapitel 3". Bei einer Frage, die du zum ersten Mal siehst, blinkt rechts zusätzlich ein blaues neu auf.

Multiple-Choice-Fragen

Unter dem Fragetext stehen mehrere große Knöpfe, einer je Antwortmöglichkeit. Genau einer ist richtig.

Der Klick ist die Abgabe. Es gibt kein Häkchen und kein „Antwort absenden" — sobald du einen Knopf antippst, ist die Antwort gewertet. Das geht schnell, verzeiht aber kein Verrutschen. Lies also erst alle Möglichkeiten, dann tippe.

Sofort danach siehst du die Auswertung:

  • oben grün ✓ Richtig! oder rot ✗ Leider falsch.
  • alle Antwortmöglichkeiten noch einmal: die richtige grün mit , deine falsche rot mit
  • falls hinterlegt: ein Bild zur Antwort, eine blaue Erklärbox und eine Zeile „Quelle: …"
  • unten der Knopf Weiter

Nimm dir bei einem Fehler die zwei Sekunden und lies die richtige Antwort wirklich. Genau in diesem Moment sitzt du am Hebel: Du weißt gerade, dass du es nicht wusstest, und das ist der Zustand, in dem eine Erklärung am besten hängen bleibt.

Die Reihenfolge der Antwortmöglichkeiten wird bei jedem Aufruf neu gemischt. Wenn dir eine Frage bekannt vorkommt, die richtige Antwort aber woanders steht als beim letzten Mal: Das ist Absicht. Sonst würdest du dir „die zweite von oben" merken statt der Sache.

Aufdeckkarten

Hier gibt es keine Auswahl, sondern nur die Frage und den Knopf Antwort aufdecken. Auf der Rückseite steht die Antwort im Klartext.

Der Ablauf, den du dir angewöhnen solltest:

  1. Frage lesen.
  2. Antwort selbst formulieren — innerlich, gemurmelt oder auf einen Zettel. Nicht „ach ja, das kenn ich", sondern die Antwort wirklich sagen.
  3. Erst dann Antwort aufdecken.
  4. Ehrlich vergleichen und bewerten.

Schritt 2 ist der einzige, den man auslassen kann — und der einzige, der wirkt. Mehr dazu in Warum das funktioniert.

Die Selbstbewertung

Nach dem Aufdecken erscheinen unten zwei Knöpfe:

  • 👎 Nicht gewusst
  • 👍 Gewusst

Bei Multiple Choice entscheidet Lernlotte selbst, ob du richtig lagst. Bei Aufdeckkarten entscheidest du — und diese Entscheidung steuert direkt, wann die Karte wiederkommt.

Die Faustregel: 👍 nur, wenn du die Antwort vor dem Aufdecken im Kopf hattest.

Nicht 👍 ist:

  • „Stimmt, das wusste ich ja eigentlich."
  • „Ich hatte es fast."
  • „Beim Lesen war es sofort wieder da."

Das sind alles 👎. Wiedererkennen ist etwas anderes als Abrufen, und geprüft wird das Abrufen.

Ein geschöntes 👍 bestraft nur dich selbst. Lernlotte schiebt die Karte dann weit nach hinten — an einen Punkt, an dem du sie sicher nicht mehr kannst. Wer sich konsequent zu gut bewertet, hat einen Karteikasten voller Karten, die er zu können glaubt.

Umgekehrt gilt: Ein 👎 ist kein Makel. Es kostet dich nur zehn Minuten und bringt die Karte in einen kürzeren Rhythmus. Genau dafür ist es da.

Der Hinweis nach jeder Antwort

Nach jeder Antwort erscheint oben ein schmaler Balken:

Nächste Wiederholung in 4 Tagen.

So erfährst du, was deine Antwort bewirkt hat. Die Formulierung passt sich an: „in 1 Minute", „in 10 Minuten", „in 3 Stunden", „morgen", „in 12 Tagen", „in 4 Monaten", „in 1,3 Jahren".

Wundere dich nicht über kurze Abstände am Anfang. Eine neue Karte kommt planmäßig nach zehn Minuten noch einmal, bevor sie in den Tagesrhythmus wechselt. Die ganze Mechanik steht in Wie Lernlotte die Fragen aussucht.

Wenn nichts mehr kommt

Irgendwann erscheint:

🎉 Für heute ist hier alles erledigt! Keine fälligen Karten mehr.

Sind noch ungelernte Fragen im Katalog, steht dort zusätzlich „— und das Tageslimit für neue Karten ist erreicht." und darunter „Noch 218 ungelernte Fragen im Vorrat — morgen geht es weiter."

Das ist der Normalfall und kein Grund zur Sorge. Warum Lernlotte dich hier stoppt und wann es sinnvoll ist, das Limit anzuheben, steht unter Das Tageslimit.

Mit Zur Übersicht geht es zurück zur Startseite.

Was der Lernmodus bewusst nicht hat

Damit du nicht danach suchst:

  • Kein Überspringen. Jede vorgelegte Karte wird beantwortet. Wenn du nicht weiterweißt, ist das ein 👎 — und genau das ist die richtige Antwort darauf.
  • Kein Zurück. Eine abgegebene Antwort lässt sich nicht korrigieren. Hast du dich verklickt, warte einfach ab: Eine falsch gewertete Karte kommt bald wieder, eine fälschlich als „gewusst" gewertete etwas später. Ein einzelner Ausrutscher richtet keinen bleibenden Schaden an.
  • Keine Tastenkürzel. Antworten und Aufdecken gehen nur per Klick oder Fingertipp.
  • Keine Freitexteingabe. Es gibt nur Multiple Choice und Aufdeckkarten; du tippst nie eine Antwort ein.
  • Keine Zwischenstufen bei der Bewertung. Nur gewusst oder nicht gewusst — kein „schwer" oder „leicht".
  • Keine Obergrenze für Wiederholungen. Gedeckelt sind nur die neuen Karten. Wenn 300 Wiederholungen fällig sind, legt Lernlotte dir alle 300 vor. Du darfst natürlich jederzeit aufhören und später weitermachen.

Wie Lernlotte die Fragen aussucht

Dieses Kapitel beantwortet die drei Fragen, die im Alltag am häufigsten aufkommen: Warum kommt ausgerechnet diese Frage? Wann kommt sie wieder? Und: Warum ist heute schon Schluss?

Das Bild: der Karteikasten

Der klassische Karteikasten aus Holz hat fünf Fächer. Neue Karten kommen in Fach 1. Wenn du eine Karte kannst, wandert sie ein Fach weiter nach hinten; hinten wird seltener abgefragt. Wenn du sie nicht kannst, fliegt sie zurück nach ganz vorn in Fach 1.

Das Prinzip ist genial und über fünfzig Jahre alt: Was du sicher kannst, siehst du selten. Was wackelt, siehst du oft. Deine Zeit landet dort, wo sie etwas bewirkt.

Lernlotte arbeitet nach genau diesem Prinzip — aber ohne Fächer.

Was Lernlotte anders macht

Fächer sind eine grobe Näherung. Alle Karten in Fach 3 werden gleich behandelt, obwohl die eine seit Jahren sitzt und die andere gerade so hineingerutscht ist.

Lernlotte führt deshalb für jede Karte und jeden Nutzer einzeln eine Schätzung: wie lange diese Antwort bei dir im Kopf hält. Daraus ergibt sich ein Termin — nicht ein Fach. Eine Karte kann bei dir in 6 Tagen fällig sein und bei jemand anderem in 40, und zwei Karten aus derselben Lernrunde können völlig unterschiedliche Termine bekommen.

Zwei Unterschiede zum Holzkasten sind im Alltag spürbar:

  • Ein Fehler wirft dich nicht auf null zurück. Die Karte kommt schnell wieder und ihr Abstand schrumpft deutlich — aber sie fängt nicht bei Fach 1 an, als hättest du sie nie gesehen. Was du schon investiert hast, bleibt zum Teil erhalten.
  • Die Abstände wachsen schneller, je sicherer eine Karte sitzt. Nach oben gibt es praktisch keine Grenze; eine bombenfeste Karte kann Jahre lang Ruhe geben.

Die drei Stapel

Wenn du Lernen anklickst, geht Lernlotte drei Stapel in fester Reihenfolge durch und nimmt die erste Karte, die sie findet:

1. Karten in der Kurzzeit-Lernphase. Das sind Karten, die du gerade eben erst angefasst hast und die in Minuten wieder fällig werden — die, bei denen unten „Nächste Wiederholung in 10 Minuten" stand. Von diesen kommt die dran, deren Termin am längsten abgelaufen ist.

2. Fällige Wiederholungen. Karten im normalen Tagesrhythmus, die heute anstehen. Wieder zuerst die am längsten überfällige — so arbeitest du einen Rückstand automatisch von vorn nach hinten ab.

3. Neue Karten. Erst wenn die ersten beiden Stapel leer sind, legt Lernlotte dir Fragen vor, die du noch nie gesehen hast. Die kommen in der Reihenfolge des Katalogs: Kapitel für Kapitel, innerhalb eines Kapitels nach Fragennummer.

Nur der dritte Stapel ist mengenmäßig gedeckelt. Fällige Wiederholungen sind es nicht. Wenn 300 Karten fällig sind, legt Lernlotte dir alle 300 vor.

In der Auswahl steckt kein Zufall. Die Abfolge ist vollständig vorhersagbar. Gemischt wird nur die Reihenfolge der Antwortmöglichkeiten innerhalb einer Multiple-Choice-Frage.

Was „heute fällig" bedeutet

Fällig heißt: irgendwann heute, nicht auf die Minute genau. Der komplette Tagesstapel steht dir ab 0 Uhr zur Verfügung. Wenn eine Karte rechnerisch heute um 19 Uhr dran wäre, kannst du sie trotzdem schon um 7 Uhr beim Frühstück abarbeiten.

Das ist bewusst so: Du sollst deine Lernzeit selbst legen können, statt auf Uhrzeiten zu warten. Als Tag gilt der Kalendertag in deutscher Zeit.

Die Karten aus dem ersten Stapel — die Minutenschritte — verhalten sich anders: Die kommen wirklich erst, wenn ihre Minuten abgelaufen sind.

Die drei Zustände einer Karte

In der Statistik begegnen dir drei Begriffe:

Zustand Was er bedeutet
Ungelernt (neu) Noch nie beantwortet. Wartet auf ihren ersten Auftritt.
In Lernphase Frisch angefangen oder gerade danebengelegen. Kommt im Minutentakt wieder, bis sie sitzt.
Im Wiederholungszyklus Angekommen. Läuft im Tages-, Wochen- oder Monatsrhythmus.

Der Weg führt normalerweise von oben nach unten. Ein Fehler im Wiederholungszyklus schickt eine Karte kurz zurück in die Lernphase — aber nur für zehn Minuten.

Eine Karte über zwei Monate

Nehmen wir eine echte Karte und begleiten sie. Du fängst an einem Montag um 8:00 Uhr an und beantwortest sie jedes Mal genau an ihrem Termin.

Fall A — du kannst sie immer:

Wann Deine Antwort Nächster Termin
Mo, 8:00 (zum ersten Mal) 👍 in 10 Minuten
Mo, 8:10 👍 in 4 Tagen — Freitag
Freitag 👍 in 14 Tagen
zwei Wochen später 👍 in etwa 45 Tagen
anderthalb Monate später 👍 in etwa 135 Tagen
gut vier Monate später 👍 in etwa einem Jahr

Sechs Antworten in gut einem halben Jahr — und die Karte sitzt. Beachte den Sprung: Die Abstände verdoppeln sich nicht einfach, sie wachsen immer schneller, weil jede erfolgreiche Wiederholung nach langer Pause besonders viel Beweiskraft hat.

Fall B — du legst einmal daneben. Alles wie oben, aber bei der Wiederholung nach 14 Tagen kommst du nicht drauf:

Wann Deine Antwort Nächster Termin
… wie oben bis 14 Tage …
die 14-Tage-Wiederholung 👎 in 10 Minuten
10 Minuten später 👍 in 3 Tagen
3 Tage später 👍 in 8 Tagen
gut eine Woche später 👍 in 20 Tagen

Vergleich der beiden Fälle: Die Karte fällt von 14 Tagen auf 3 zurück — deutlich, aber eben nicht auf null. Und sie erholt sich zügig: 3, 8, 20 Tage. Sie bleibt dauerhaft etwas enger getaktet als die fehlerfreie Karte, weil Lernlotte sie jetzt als schwieriger einstuft. Genau das willst du.

Fall C — schon der erste Kontakt geht daneben. Eine neue Karte, die du beim ersten Sehen nicht weißt:

Wann Deine Antwort Nächster Termin
zum ersten Mal 👎 in 1 Minute
1 Minute später 👍 in 10 Minuten
10 Minuten später 👍 morgen
am nächsten Tag 👍 in 2 Tagen

Diese Karte startet also viel enger als eine, die gleich sitzt — und arbeitet sich von dort hoch.

Warum ein Fehler nicht alles zunichtemacht

Wenn du eine Karte im Wiederholungszyklus falsch beantwortest, passiert dreierlei:

  1. Sie kommt in 10 Minuten noch einmal — im selben Lerndurchgang.
  2. Ihre geschätzte Haltbarkeit wird deutlich gekürzt, aber nicht gelöscht.
  3. Sie wird dauerhaft als schwieriger eingestuft, wächst also künftig langsamer.

Sobald du sie in den zehn Minuten richtig hast, ist sie sofort wieder im normalen Rhythmus — nur eben mit kürzerem Abstand.

Warum Termine ein bisschen wackeln

Wenn du an einem Tag 40 neue Karten anfängst, wären vier Tage später alle 40 gleichzeitig fällig — und dann wieder, und wieder. Dein Lernpensum käme in Wellen.

Deshalb streut Lernlotte längere Termine leicht. Der berechnete Tag wird zufällig ein Stück nach vorn oder hinten verschoben. Gemessen an den tatsächlichen Werten:

Rechnerischer Termin Tatsächlich
~13 Tage 11 bis 16 Tage
~17 Tage 14 bis 21 Tage
~43 Tage 39 bis 48 Tage
~106 Tage 99 bis 114 Tage

Kurze Abstände unter zweieinhalb Tagen bleiben unangetastet. Deshalb kann es passieren, dass unter der Karte „in 12 Tagen" steht, wo du 14 erwartet hättest. Kein Fehler, sondern der eingebaute Wellenbrecher.

Warum heute Schluss ist

Der häufigste Stolperstein: Du willst weiterlernen, aber Lernlotte sagt „Für heute ist hier alles erledigt!", obwohl noch Hunderte Fragen im Katalog stehen.

Der Grund ist das Tageslimit für neue Karten. Standardmäßig legt dir Lernlotte höchstens 15 neue Fragen pro Tag und Katalog vor. Wiederholungen sind davon nicht betroffen.

Das ist kein Gängelband, sondern Bremsklotz gegen eine Lawine. Rechne mit: 100 neue Karten heute heißt rund 100 Wiederholungen in vier Tagen — plus die neuen von morgen und übermorgen. Nach zwei Wochen sitzt du vor einem Berg, den du nicht mehr abarbeitest, und hörst auf. Genau das verhindert der Deckel.

Wie du das Limit für dich änderst, steht unter Statistik und Tageslimit; wann sich das lohnt, in So lernst du damit richtig.

Wenn der Kapitelfilter aktiv ist, gilt das Tageslimit trotzdem für den ganzen Katalog. Du kannst dir also nicht dadurch mehr neue Karten holen, dass du Kapitel für Kapitel durchgehst.

Warum deine Ehrlichkeit die ganze Sache trägt

Bei Multiple Choice weiß Lernlotte selbst, ob du richtig lagst. Bei Aufdeckkarten hat sie nur eine Informationsquelle: dein 👍 oder 👎.

Alle Termine in diesem Kapitel sind Rechenergebnisse aus diesen Angaben. Sind die Angaben geschönt, sind die Termine falsch — und zwar systematisch zu lang. Du bekommst dann einen Karteikasten, der dir Sicherheit anzeigt, die du nicht hast. Das merkst du erst in der Prüfung.

Die Regel bleibt: 👍 nur, wenn du die Antwort vor dem Aufdecken im Kopf hattest.

Für Neugierige: was im Hintergrund rechnet

Lernlotte benutzt FSRS-6, ein frei verfügbares Wiederholungsverfahren, das aus Millionen echter Lernverläufe abgeleitet wurde. Statt einer Fachnummer führt es pro Karte zwei Zahlen:

  • die Stabilität — die geschätzte Zahl an Tagen, bis die Erinnerung auf 90 Prozent Trefferwahrscheinlichkeit abgesunken ist. Das ist zugleich der nächste Termin.
  • die Schwierigkeit auf einer Skala von 1 bis 10 — wie zäh sich diese Karte bei dir verhält. Sie steigt bei jedem 👎 und sinkt langsam bei jedem 👍.

Der Zielwert von 90 Prozent ist die eingestellte Marke: Lernlotte plant so, dass du zum Termin eine Frage mit rund 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit noch kannst. Niedriger angesetzt würdest du seltener wiederholen und mehr vergessen; höher angesetzt würdest du viel Zeit in Karten stecken, die ohnehin sitzen. Warum ausgerechnet 90 ein guter Kompromiss ist, steht in Warum das funktioniert.

Verstellen lässt sich davon nichts — außer dem Tageslimit für neue Karten.

Statistik und Tageslimit

Unter Statistik siehst du für jeden Katalog, wo du stehst — und stellst dein persönliches Tempo ein.

Die fünf Zahlen

Links steht eine kleine Tabelle:

Zeile Bedeutung
Ungelernt (neu) Fragen, die du noch nie beantwortet hast. Schrumpft mit jedem Lerntag um höchstens dein Tageslimit.
In Lernphase Karten im Minutentakt: frisch angefangen oder gerade danebengelegen. Eine kleine Zahl ist normal; eine dauerhaft große heißt, dass du oft 👎 drückst.
Im Wiederholungszyklus Karten, die angekommen sind und in Tagen bis Monaten wiederkommen. Diese Zahl ist dein eigentlicher Fortschritt.
Heute fällig Was heute ansteht. Steht hier 0, bist du im Plan.
Antworten gesamt Wie oft du in diesem Katalog überhaupt geantwortet hast, mit deiner Trefferquote in Klammern.

Zur Trefferquote: Sie soll nicht bei 100 Prozent liegen. Ein Wert um 85 bis 90 Prozent ist genau richtig — dann wiederholst du in dem Abstand, in dem Wiederholen am meisten bringt. Liegst du dauerhaft bei 98 Prozent, kommen deine Karten zu früh; bei 60 Prozent zu spät oder du hast dich zu oft zu gut bewertet.

Beachte den Unterschied zum Balken auf der Startseite: Der zählt, wie viele Fragen du überhaupt schon einmal in der Hand hattest. Die Zeile Im Wiederholungszyklus zählt, wie viele davon tatsächlich sitzen. Zwischen beiden Zahlen liegt die ehrliche Wahrheit.

Dein persönliches Tageslimit

Rechts steht das Eingabefeld Neue Karten/Tag mit einem Platzhalter wie „Standard: 15". Trag eine Zahl zwischen 0 und 500 ein und klick Speichern — ab sofort gilt dein Wert statt des Katalogstandards. Lernlotte bestätigt mit „Persönliches Tageslimit auf 25 neue Karten gesetzt."

Lässt du das Feld leer und speicherst, wird deine Sonderregel gelöscht: „Persönliches Tageslimit entfernt — es gilt wieder der Katalog-Standard."

Was die Zahl bedeutet:

  • 0 — keine neuen Karten mehr, nur noch Wiederholungen. Genau richtig, wenn du im Rückstand bist oder kurz vor der Prüfung nur noch festigen willst.
  • 10 bis 20 — der Alltagsbereich. Bei 15 neuen Karten pro Tag pendelt sich dein tägliches Pensum nach ein paar Wochen bei ungefähr 50 bis 70 Karten ein. Das sind je nach Tempo 10 bis 20 Minuten.
  • 30 und mehr — nur mit Plan. Jede neue Karte erzeugt auf Dauer mehrere Wiederholungen. Was du heute hochdrehst, bezahlst du ab übermorgen.

Das Limit hebt keinen Rückstand auf. Es begrenzt ausschließlich neue Karten. Fällige Wiederholungen bekommst du immer alle — egal, was hier steht.

Das Limit gilt pro Katalog. Lernst du parallel SBF-See und SRC mit je 15, sind das zusammen 30 neue Karten am Tag.

Das Balkendiagramm

Darunter siehst du Antworten der letzten 14 Tage — ein Balken pro Tag. Fahr mit der Maus darüber (oder tippe drauf), dann steht da zum Beispiel „13.07.: 24 Antworten, davon 19 richtig".

Das Diagramm ist weniger eine Statistik als ein Gewissen. Lücken sind sofort sichtbar, und genau darum geht es: Regelmäßigkeit schlägt Intensität. Eine Reihe gleichmäßiger mittelhoher Balken ist deutlich mehr wert als zwei Türme und zwölf Lücken.

Lernstand zurücksetzen

Oben rechts in jeder Katalogkarte sitzt Lernstand zurücksetzen. Der Knopf ist grau, solange es nichts zurückzusetzen gibt.

Was er tut: Er löscht für diesen Katalog alle Wiederholungsdaten und deine komplette Antworthistorie. Jede Frage gilt danach wieder als ungelernt, die Statistik steht auf null, das Diagramm ist leer.

Das lässt sich nicht rückgängig machen — es gibt keinen Papierkorb. Lernlotte fragt deshalb nach: „Lernstand für … wirklich komplett zurücksetzen? Alle Wiederholungsdaten gehen verloren."

Sinnvoll ist das eigentlich nur in zwei Fällen: Du hast einen Katalog zum Ausprobieren durchgeklickt und willst ernsthaft anfangen — oder du kommst nach Jahren zurück und willst bei null beginnen.

Nicht sinnvoll ist es als Reaktion auf einen schlechten Tag. Ein Rückstand ist kein kaputter Lernstand; er löst sich in ein paar Tagen von selbst auf, wenn du das Limit für neue Karten kurz auf 0 stellst. Wer zurücksetzt, wirft die Arbeit von Wochen weg und fängt bei Fach eins an.

Die Prüfungssimulation

Der Lernmodus bringt dir den Stoff bei. Die Prüfungssimulation sagt dir, ob es reicht.

Du startest sie über Prüfung auf einer Katalogkachel.

Was dich erwartet

Auf der Startseite der Simulation steht „So läuft die Simulation:" und darunter die Eckdaten des Katalogs. Üblich ist:

  • 30 Fragen, zufällig aus dem Katalog gezogen
  • 45 Minuten Zeit — danach wird automatisch abgegeben
  • Bestanden ab 80 % richtiger Antworten
  • Dein Lernfortschritt bleibt davon unberührt

Die konkreten Werte legt die Verwaltung je Katalog fest, sie können also abweichen. Was dort steht, gilt.

Zwei Dinge sind wichtig:

Es kommen nur Multiple-Choice-Fragen. Aufdeckkarten lassen sich nicht automatisch auswerten und bleiben deshalb draußen. Enthält ein Katalog gar keine Multiple-Choice-Fragen, meldet Lernlotte: „Dieser Katalog enthält keine Multiple-Choice-Fragen — eine Prüfungssimulation ist hier nicht möglich."

Die Auswahl ist rein zufällig. Anders als im Lernmodus wird nicht berücksichtigt, was du kannst. Du bekommst einen echten Querschnitt — auch Fragen, die du morgen ohnehin wiederholt hättest, und auch solche, die du noch nie gesehen hast.

Mit Prüfung starten geht es los. Hast du eine Prüfung offen liegen lassen, steht dort stattdessen Prüfung fortsetzen samt Startzeit — die Uhr lief in der Zwischenzeit weiter.

Der Bogen

Oben bleibt eine Leiste stehen mit dem Katalognamen, dem Stand („7 von 30 beantwortet") und dem Countdown im Format mm:ss. Unter fünf Minuten wird der Countdown rot und pulsiert.

Darunter die Nummernleiste mit allen Fragen:

  • blau — die Frage, auf der du gerade bist
  • grün — bereits beantwortet
  • grau — noch offen

Jede Nummer ist anklickbar. Du kannst also frei springen, schwierige Fragen erst mal liegen lassen und später zurückkommen. Am Handy lässt sich die Leiste seitlich scrollen, und die aktuelle Nummer wird automatisch in die Mitte gerückt.

Anders als im Lernmodus kannst du deine Antwort ändern. Deine aktuelle Wahl ist ausgefüllt hervorgehoben; klickst du eine andere Option an, gilt die neue. Es gibt keine sofortige Auswertung — richtig oder falsch erfährst du erst am Ende. Das ist der ganze Sinn: Der Ernstfall verrät es dir auch nicht.

Unten stehen zwei Knöpfe:

  • Abbrechen — verwirft den Bogen. Rückfrage: „Prüfung wirklich abbrechen? Der Bogen wird verworfen." Ein abgebrochener Bogen wird nicht ausgewertet.
  • Abgeben — beendet und wertet aus. Rückfrage: „Bogen jetzt abgeben und auswerten?"

Läuft die Zeit ab, gibt Lernlotte ohne Rückfrage automatisch ab. Nicht beantwortete Fragen zählen als falsch. Die Frist läuft serverseitig — Seite neu laden oder Browser schließen hilft nicht.

Das Ergebnis

Je nach Ausgang siehst du:

  • 🎉 Bestanden!
  • 😞 Leider nicht bestanden.
  • 🚫 Prüfung abgebrochen

Darunter dein Ergebnis („24 von 30 richtig (80 %)") und die Bestehensgrenze. War die Zeit abgelaufen, steht zusätzlich „· Zeit abgelaufen".

Der wertvollste Teil kommt darunter: der Abschnitt Falsch oder nicht beantwortet (6). Dort steht jede verpatzte Frage im Volltext, mit ✓ vor der richtigen Antwort und „✗ Deine Antwort: …" bei deiner falschen. Nicht angefasste Fragen sind mit „– nicht beantwortet –" gekennzeichnet.

Diese Liste ist die eigentliche Ausbeute. Geh sie einmal in Ruhe durch, bevor du auf Neue Prüfung klickst.

Was die Prüfung nicht tut

Sie zählt nicht für deinen Lernstand. Keine einzige Antwort verändert einen Termin, eine Trefferquote oder das Balkendiagramm in der Statistik. Du kannst zehn Simulationen hintereinander laufen lassen, ohne dass sich in deinem Karteikasten irgendetwas rührt.

Das ist bewusst so — hat aber eine Kehrseite: Die Prüfung bringt dir kaum etwas bei. Was du dort falsch hattest, taucht nicht automatisch häufiger im Lernmodus auf. Wenn dich eine Frage aus dem Ergebnis wirklich beschäftigt, musst du sie über den Lernmodus festigen.

Nutze die Simulation als Thermometer, nicht als Trainingsgerät. Einmal am Anfang, um zu sehen, wo du stehst; dann etwa wöchentlich; und in den letzten Tagen vor dem Termin zwei- oder dreimal unter echten Bedingungen — mit Uhr, ohne Nachschlagen, in einem Rutsch. Das Lernen selbst passiert im Lernmodus.

Wie du beides sinnvoll kombinierst, steht in So lernst du damit richtig.

So lernst du damit richtig

Lernlotte nimmt dir die Frage ab, was du wann wiederholen sollst. Alles andere bleibt bei dir. Dieses Kapitel ist der praktische Teil: was sich bewährt, was schiefgeht und wie du auf einen Termin hinlernst.

Jeden Tag ein bisschen

Das ist die eine Regel, aus der alles andere folgt.

Ein Karteikasten mit Terminen funktioniert nur, wenn jemand die Termine einhält. Lernst du täglich 15 Minuten, hast du fast nie einen Rückstand und die Abstände wachsen sauber. Lässt du eine Woche liegen, stehen am achten Tag alle sieben Tagesportionen gleichzeitig vor dir — und das fühlt sich nach Strafe an.

Bei 15 neuen Karten am Tag pendelt sich dein Pensum nach ein paar Wochen bei ungefähr 50 bis 70 Karten ein. Das sind 10 bis 20 Minuten.

Such dir eine feste Kopplung statt einer festen Uhrzeit: nach dem ersten Kaffee, in der Bahn, direkt nach dem Zähneputzen. „Immer nach X" hält deutlich besser als „irgendwann heute noch".

Ein kurzer Tag ist besser als ein ausgefallener. Wenn du nur fünf Minuten hast, mach die fünf Minuten. Du arbeitest dann die am längsten überfälligen Karten ab — genau die, die es am nötigsten haben.

Ehrlich bewerten

Bei Aufdeckkarten bist du die einzige Messstelle. Die Regel noch einmal:

👍 nur, wenn du die Antwort vor dem Aufdecken im Kopf hattest.

Der typische Selbstbetrug klingt so: „Ach ja, klar." Das ist Wiedererkennen, nicht Wissen — in der Prüfung steht die Antwort aber nicht daneben. Drück 👎 und freu dich, dass du es jetzt gemerkt hast und nicht dort.

Eine Trefferquote um 85 bis 90 Prozent (siehe Statistik) ist ein gutes Zeichen. Wer dauerhaft über 95 liegt, bewertet sich meist zu milde.

Wenn du im Rückstand bist

Du warst zwei Wochen im Urlaub und jetzt stehen 340 fällige Karten an. Kein Drama, aber mach nicht das Falsche.

Was du tun solltest:

  1. Setz das Tageslimit für neue Karten auf 0 — in der Statistik. Solange du einen Berg abbaust, kommt oben nichts nach.
  2. Arbeite den Stapel in normalen Portionen ab, über mehrere Tage. Lernlotte gibt dir automatisch immer die am längsten überfällige Karte zuerst.
  3. Erwarte, dass viel davon danebengeht. Das ist normal und kein Rückschritt — vergessene Karten wandern in kurze Abstände und sind in ein paar Tagen wieder da, wo sie waren.
  4. Wenn die Zahl „Heute fällig" wieder klein ist, dreh das Limit zurück auf deinen normalen Wert.

Was du nicht tun solltest: den Lernstand zurücksetzen. Ein Rückstand ist kein Schaden am Lernstand — er löst sich in wenigen Tagen von selbst auf. Zurücksetzen wirft dagegen die Arbeit von Wochen weg.

Auf einen Prüfungstermin hinlernen

Hier die Rechnung, die die meisten zu spät machen.

Damit eine Frage am Prüfungstag sitzt, muss sie vorher mehrfach wiederholt worden sein. Nach den tatsächlichen Abständen von Lernlotte braucht eine Karte grob drei Wochen von „zum ersten Mal gesehen" bis „läuft im Monatsrhythmus". Karten, die du in der letzten Woche vor der Prüfung neu anfängst, sind am Prüfungstag bestenfalls angelernt.

Also: Rechne rückwärts.

Ein Katalog mit 300 Fragen, Prüfung in 60 Tagen. Du brauchst mindestens rund 20 Tage Puffer am Ende, in denen nichts Neues dazukommt. Bleiben 40 Tage zum Neulernen: 300 ÷ 40 ≈ 8 neue Karten pro Tag. Mit dem Standard von 15 bist du sogar früher durch.

Ein Katalog mit 900 Fragen, Prüfung in 60 Tagen: 900 ÷ 40 ≈ 23 pro Tag — und dein tägliches Pensum landet dann bei gut anderthalb bis zwei Stunden. Das ist die ehrliche Zahl. Wenn dir die zu hoch ist, ist der Termin zu knapp, nicht das Programm zu langsam.

Ein Ablauf, der sich bewährt hat:

Phase Was du tust
Erste zwei Drittel Neue Karten nach der Rechnung oben, Wiederholungen täglich. Einmal pro Woche eine Prüfungssimulation als Standortbestimmung.
Letzte drei Wochen Tageslimit auf 0. Nur noch Wiederholungen — die Abstände werden jetzt lang, das Pensum sinkt spürbar.
Letzte Woche Zwei bis drei Simulationen unter echten Bedingungen: Uhr an, nichts nachschlagen, in einem Rutsch. Die Liste „Falsch oder nicht beantwortet" gezielt nacharbeiten.
Letzter Tag Wiederholungen abarbeiten, sonst nichts. Kein Stoff mehr neu anfangen, früh schlafen.

Der klassische Fehler ist, in der letzten Woche das Tageslimit hochzureißen, um „noch alles zu schaffen". Was du in dieser Woche zum ersten Mal siehst, ist am Prüfungstag nicht gelernt — es kostet dich nur die Zeit, die den bereits gelernten Karten fehlt.

Wann du das Limit anfassen solltest

Situation Empfehlung
Du fängst gerade an Lass die 15 stehen. Nach zwei Wochen weißt du, ob es passt.
Du bist täglich in unter 10 Minuten fertig und langweilst dich Rauf auf 20 oder 25 — aber nur in Schritten und dann zwei Wochen beobachten.
Das tägliche Pensum wächst dir über den Kopf Runter auf 5 bis 10. Lieber langsam und dauerhaft als schnell und abgebrochen.
Rückstand, Urlaub, Krankheit Auf 0, bis „Heute fällig" wieder klein ist.
Letzte Wochen vor der Prüfung Auf 0.
Zwei Kataloge parallel Bedenke, dass sich die Limits addieren.

Merksatz: Jede neue Karte ist ein Versprechen auf künftige Wiederholungen. Was du heute hochdrehst, bezahlst du ab übermorgen — und zwar wochenlang.

Der Kapitelfilter

Über das Dropdown Kapitel auf der Startseite lernst du gezielt ein einzelnes Kapitel. Das ist gut, wenn dich ein Thema hartnäckig ärgert oder ein Kurs gerade dort steht.

Für den Alltag ist es die schlechtere Wahl. Wenn du gemischt lernst, musst du bei jeder Frage erst herausfinden, worum es überhaupt geht — und genau diese Zusatzarbeit macht das Wissen belastbar. Wer kapitelweise lernt, kennt oft die Antwort, ohne die Frage gelesen zu haben. In der Prüfung kommt aber alles durcheinander.

Und noch einmal, weil es gern für Verwirrung sorgt: Das Tageslimit für neue Karten gilt pro Katalog, nicht pro Kapitel. Kapitel für Kapitel durchzugehen bringt dir also keine zusätzlichen neuen Karten.

Fünf Dinge, die wirklich helfen

  1. Sprich die Antwort aus, wenigstens gemurmelt. Der Unterschied zwischen „ich denk es mir" und „ich sag es" ist überraschend groß.
  2. Nimm die Erklärbox ernst. Wenn unter einer Frage eine blaue Bemerkung oder eine Quelle steht, lies sie — besonders nach einem Fehler.
  3. Bei Multiple Choice erst denken, dann lesen. Versuch die Antwort zu formulieren, bevor du die Optionen durchgehst. Sonst trainierst du nur Wiedererkennen.
  4. Verstehen schlägt Auswendiglernen. Eine Frage, die du dreimal hintereinander nicht kannst, ist meist keine Gedächtnisfrage, sondern eine Verständnisfrage. Schlag das Thema in deinen Unterlagen nach, statt es weiter durch den Kasten zu drehen.
  5. Hör auf, bevor es zäh wird. Die letzten fünf Minuten einer erschöpften Sitzung bringen weniger als fünf Minuten am nächsten Morgen.

Warum das alles so ist, steht in Warum das funktioniert.

Warum das funktioniert

Lernlotte fühlt sich an manchen Stellen unangenehm an. Die Karten kommen, wenn du sie gerade nicht mehr sicher weißt. Du sollst dich selbst mit 👎 bewerten. Und wenn du richtig in Fahrt bist, ist plötzlich Schluss.

Das ist alles Absicht. Dieses Kapitel erklärt, warum — und warum sich die wirksamsten Lernmethoden fast immer schlechter anfühlen als die wirkungslosen.

Vergessen ist keine Panne

Hermann Ebbinghaus hat sich Ende des 19. Jahrhunderts sinnlose Silben eingeprägt und gemessen, wie viel davon nach Stunden und Tagen übrig war. Das Ergebnis ist die Vergessenskurve: Der Verlust ist am Anfang steil und flacht dann ab. Vom frisch Gelernten ist nach einem Tag ein erheblicher Teil weg — was diesen ersten Tag überlebt, hält aber schon deutlich länger.

Daraus folgt unmittelbar der Bauplan eines Karteikastens: Wiederholungen müssen anfangs dicht liegen und dürfen dann immer weiter auseinanderrücken. Genau das macht Lernlotte, wenn eine Karte von 10 Minuten über 4 und 14 Tage auf Monate wächst.

Vergessen ist dabei kein Defekt, den man abstellen müsste. Ein Gedächtnis, das alles behält, wäre unbrauchbar. Es behält, was regelmäßig gebraucht wird — und ein Karteikasten ist nichts anderes als eine Maschine, die deinem Kopf glaubhaft vormacht, dass dieser Stoff regelmäßig gebraucht wird.

Abrufen verändert das Gedächtnis, Lesen kaum

Das ist der wichtigste Befund für die Bedienung von Lernlotte.

Henry Roediger und Jeffrey Karpicke haben 2006 Studierende Texte lernen lassen. Eine Gruppe las den Text mehrfach. Die andere las ihn einmal und wurde dann abgefragt. Unmittelbar danach fühlte sich die Lesegruppe sicherer und schnitt auch besser ab. Eine Woche später hatte sich das Bild umgedreht — die abgefragte Gruppe lag deutlich vorn.

Der Testeffekt: Der Akt des Erinnerns ist nicht die Messung des Lernens, er ist das Lernen. Jedes Mal, wenn du eine Information mühsam aus dem Kopf hervorziehst, wird der Weg dorthin breiter.

Praktisch heißt das:

  • Bei einer Aufdeckkarte ist der wertvolle Moment der zwischen Lesen der Frage und Klick auf Antwort aufdecken. Wer sofort aufdeckt, überspringt genau die Übung.
  • Bei Multiple Choice solltest du versuchen, die Antwort zu formulieren, bevor du die Optionen liest. Sonst trainierst du Wiedererkennen statt Abrufen.
  • Die Fragenliste zum Durchlesen ist nett zum Nachschlagen und praktisch wertlos zum Lernen.

Warum sich Durchlesen so gut anfühlt

Wenn du einen Text zum dritten Mal liest, geht er dir flüssig von der Hand. Dein Kopf deutet diese Flüssigkeit als Beherrschung — sie ist aber nur Vertrautheit.

Diese Illusion des Wissens ist der Grund, warum sich Markieren, Abschreiben und Wiederlesen beliebt halten, obwohl sie in Untersuchungen regelmäßig schlecht abschneiden. Sie erzeugen ein starkes Kompetenzgefühl bei geringem Ertrag.

Abfragen macht das Umgekehrte: Es fühlt sich mühsam an, produziert Fehler und liefert dir laufend Belege dafür, was du nicht kannst. Deshalb ist das ehrliche 👎 kein Rückschlag, sondern die eigentliche Ausbeute einer Lernrunde. Es ist die Information, die du beim Wiederlesen nie bekommen hättest.

Faustregel: Wenn sich eine Lernmethode angenehm und flüssig anfühlt, lernst du wahrscheinlich gerade wenig.

Verteilt schlägt geballt

Der zweite große Befund. Dieselbe Lernzeit bringt sehr unterschiedlich viel, je nachdem, wie sie über die Zeit verteilt ist. Nicholas Cepeda und Kollegen haben 2006 über 250 Untersuchungen zusammengefasst: Verteiltes Lernen schlägt geballtes Lernen fast immer — und der Vorsprung wächst, je länger der Stoff halten soll.

Zwanzig Minuten an sechs Tagen schlagen zwei Stunden am Samstag. Bei gleicher Gesamtzeit.

Für die Prüfung am nächsten Morgen ist Pauken tatsächlich brauchbar — nur ist danach fast alles wieder weg. Wer eine Lizenz erwirbt, die er auch anwenden können soll, hat davon nichts.

Lernlotte macht verteiltes Lernen zum Weg des geringsten Widerstands: Es gibt dir schlicht nichts mehr zu tun, wenn du deine Tagesportion durch hast.

Es soll ein bisschen wehtun

Robert Bjork nennt sie wünschenswerte Erschwernisse: Bedingungen, die das Lernen langsamer und fehleranfälliger machen — und das Behalten verbessern.

Drei davon stecken in Lernlotte:

  • Der Termin liegt spät. Eine Karte kommt, wenn du sie gerade fast vergessen hast. Zu früh wiederholen bringt kaum etwas: Was ohnehin präsent ist, muss nicht mühsam hervorgeholt werden. Genau deshalb zielt Lernlotte nicht auf 100 Prozent Sicherheit.
  • Es wird gemischt. Im Lernmodus ohne Kapitelfilter kommen die Themen bunt durcheinander. Das ist anstrengender als kapitelweise — und wirksamer, weil du jedes Mal erst einordnen musst, worum es geht. In der Prüfung ist es genauso.
  • Die Antwortoptionen wandern. Weil die Reihenfolge jedes Mal neu gemischt wird, kannst du dir nicht „die dritte von oben" merken.

Das erklärt auch, warum sich ein guter Lerntag mit Lernlotte oft mittelmäßig anfühlt: Du liegst regelmäßig daneben. Wenn du nie danebenliegst, sind deine Abstände zu kurz.

Warum ausgerechnet 90 Prozent

Lernlotte plant die Termine so, dass du eine Karte zum Fälligkeitstag mit rund 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit noch kannst. Das ist ein bewusst gewählter Kompromiss zwischen zwei Kosten:

  • Zu selten wiederholen — sagen wir mit Ziel 70 Prozent — heißt: lange Abstände, wenige Wiederholungen, aber ein knappes Drittel Ausfälle. Jeder Ausfall wirft die Karte zurück und kostet mehrere neue Durchgänge. Unterm Strich verlierst du.
  • Zu oft wiederholen — Ziel 98 Prozent — heißt: fast keine Fehler, aber ein Vielfaches an Durchgängen für dasselbe Ergebnis. Du verbringst deine Zeit mit Karten, die längst sitzen.

Irgendwo dazwischen liegt das Minimum an Aufwand pro dauerhaft behaltener Karte. Die Auswertung großer Lernverläufe legt es in die Gegend von 85 bis 90 Prozent. Lernlotte steht fest auf 90.

Daraus folgt der Satz, den man sich merken sollte: Etwa jede zehnte fällige Karte sollst du nicht können. Das ist der Preis für effizientes Lernen, keine Fehlfunktion.

Woher der Karteikasten kommt

Der Journalist Sebastian Leitner beschrieb 1972 in „So lernt man lernen" den Karteikasten mit fünf Fächern. Die Idee war für ihre Zeit bemerkenswert: Statt alles gleich oft durchzugehen, sollte die Lernzeit dorthin fließen, wo sie gebraucht wird.

Die Schwäche fester Fächer: Alle Karten in einem Fach werden gleich behandelt. Ob eine Karte gerade so hineingerutscht ist oder seit Jahren bombenfest sitzt, ob sie für dich leicht oder zäh ist — das Fach weiß es nicht. Und der Rückwurf nach ganz vorn bei einem einzigen Fehler vernichtet den kompletten aufgebauten Vorsprung.

Lernlotte benutzt deshalb FSRS, ein Verfahren, dessen Kennzahlen aus Millionen echter Lernverläufe abgeleitet wurden. Statt einer Fachnummer schätzt es für jede Karte und jede Person die Haltbarkeit im Gedächtnis. Das Ergebnis: weniger Wiederholungen für dasselbe Behalten — und bei einem Fehler eine Kürzung statt eines Totalverlusts. Die Details stehen in Wie Lernlotte die Fragen aussucht.

Leitners Grundgedanke bleibt trotzdem richtig. Lernlotte ist ein Karteikasten — nur einer, der mitzählt.

Warum das Tageslimit dein Freund ist

Neue Karten sind billig und Wiederholungen sind teuer. Das ist die ganze Rechnung.

Wenn du heute 100 neue Karten anfängst, hast du in vier Tagen rund 100 Wiederholungen — plus die von morgen und übermorgen. Zwei Wochen später begrüßt dich Lernlotte mit mehreren hundert fälligen Karten am Tag. Was dann passiert, ist absehbar: Du schaffst es nicht, der Rückstand wächst, das Ganze fühlt sich nach Schuld an, und du hörst auf.

Das Tageslimit verhindert genau das. Der Bildschirm „Für heute ist hier alles erledigt!" ist deshalb keine Bremse, sondern eine Zusage: Du bist fertig, und morgen ist es wieder machbar.

Ein gleichmäßiges kleines Pensum über zwei Monate schlägt jeden Anlauf, der nach zehn Tagen abbricht.

Was Lernlotte nicht kann

Der Vollständigkeit halber, damit die Erwartungen stimmen:

  • Verstehen ersetzt es nicht. Ein Karteikasten macht Wissen abrufbar, das du dir erarbeitet hast. Wenn du eine Regel nicht verstanden hast, lernst du sie nur mühsam auswendig — und kannst sie in einer leicht abgewandelten Prüfungsfrage nicht anwenden. Eine Karte, an der du dreimal scheiterst, ist fast immer ein Verständnisproblem.
  • Praktisches Können lernt man praktisch. Knoten, Manöver, Handgriffe entstehen an der Sache, nicht an Karteikarten.
  • Zusammenhänge kommen zu kurz. Einzelfragen trainieren Einzelwissen. Der Überblick über ein Thema entsteht daneben — im Kurs, im Buch, im Gespräch.

Lernlotte ist ein sehr gutes Werkzeug für einen bestimmten Teil des Lernens. Es ist nicht das ganze Lernen.

Fragen und Kataloge verwalten

Dieses Kapitel richtet sich an Administratoren. Wenn in deiner Menüleiste kein Punkt Verwaltung steht, betrifft es dich nicht — dann kannst du hier aufhören zu lesen.

Hinter Verwaltung liegen drei Bereiche: Kataloge, Fragen und Benutzer.

Kataloge

Ein Katalog ist ein Themenpaket, das die Nutzer als Kachel auf der Startseite sehen — etwa „SBF-See" oder „SRC".

Unter Verwaltung → Kataloge steht eine Tabelle mit den Spalten Katalog | Kapitel | Fragen | Neue Karten/Tag | Prüfung. Darunter legst du über ein Feld und den Knopf Anlegen einen neuen Katalog an.

Ein Klick auf Bearbeiten öffnet die Einstellungen:

Feld Wofür
Name Überschrift der Kachel.
Beschreibung Kleiner grauer Text darunter. Optional.
Sortierung Reihenfolge der Kacheln auf der Startseite. Kleine Zahl = weiter vorn.
Neue Karten/Tag Voreinstellung für alle Nutzer, 1 bis 500. Standard ist 15.

Zum letzten Punkt: Dieser Wert ist eine Voreinstellung, kein Zwang. Jede Nutzerin kann sich in ihrer Statistik einen eigenen Wert setzen. Setz ihn also auf das, was für einen typischen Lernenden vernünftig ist — bei großen Katalogen eher 15 bis 20, bei kleinen darf es weniger sein.

Kapitel

Rechts auf derselben Seite steht die Spalte Kapitel. Jede Zeile zeigt Position, Name und Fragenzahl, dazu Umbenennen und — nur solange das Kapitel leer ist — Löschen. Unten legst du über ein Feld und Hinzufügen ein neues Kapitel an.

Die Reihenfolge der Kapitel ist nicht bloß Kosmetik: Neue, noch ungelernte Fragen werden den Nutzern in Kapitelreihenfolge vorgelegt, innerhalb eines Kapitels nach Fragennummer. Wer bei null anfängt, geht den Katalog also genau in dieser Reihenfolge durch. Sortier die Kapitel deshalb didaktisch sinnvoll: Grundlagen nach vorn.

Eine Frage anlegen

Unter Verwaltung → Fragen gibt es nur eines: die Karte Neue Frage anlegen. Du wählst das Kapitel (die Liste ist nach Katalogen gruppiert) und den Fragetyp:

  • Multiple Choice — mehrere Antwortmöglichkeiten, genau eine ist richtig.
  • Aufdeckkarte — Vorderseite Frage, Rückseite Antworttext, Selbstbewertung durch den Nutzer.

Anlegen und bearbeiten erzeugt die Frage mit Platzhaltern („(neue Frage)", „(richtige Antwort)", „(falsche Antwort)") und bringt dich direkt in die Bearbeitung.

Bestehende Fragen bearbeitest du nicht hier, sondern über die Fragenliste: dort suchen und auf Bearbeiten klicken.

Eine Frage bearbeiten

Im Kopf steht, wo die Frage sitzt: Katalog, Kapitel, Fragennummer.

Links das Formular:

  • Fragetext — die Vorderseite. Zeilenumbrüche bleiben erhalten.
  • Fragetyp — beim Umschalten blendet die Seite den jeweils anderen Bereich aus.
  • Antworttext (Aufdeckkarte) — die Rückseite. Nur bei Aufdeckkarten sichtbar.
  • Antwortoptionen — je Zeile ein Textfeld mit einem Radioknopf davor. Der markierte Radioknopf ist die richtige Antwort. Leere Zeilen werden beim Speichern entfernt; es stehen immer zwei Leerzeilen zum Ergänzen bereit.
  • Quelle — erscheint dem Nutzer klein unter der Antwort („Quelle: …").
  • Bemerkung — erscheint als blaue Erklärbox. Der beste Platz für ein „Warum".

Ganz unten steht Frage löschen mit Rückfrage: „Diese Frage endgültig löschen? Auch Lernstände zu dieser Frage gehen verloren."

Schreib Fragen so, dass sie allein stehen können. Weil im Lernmodus alle Kapitel gemischt kommen, hat der Nutzer keinen Kontext. „Wie viele sind es?" ist unbrauchbar, „Wie viele Signalraketen schreibt die Ausrüstungsliste für Fahrtgebiet 2 vor?" ist gut.

Zu den Distraktoren, also den falschen Antworten: Lernlotte erfindet keine. Was du einträgst, wird angezeigt. Gute falsche Antworten sind plausibel und gleich lang wie die richtige. Wenn die richtige Antwort immer die ausführlichste ist, lernen die Nutzer genau das — und nicht den Stoff.

Bilder

Rechts liegen zwei Blöcke: Bild zur Frage und Bild zur Antwort. Je Frage ist jeweils höchstens ein Bild möglich; ein neues ersetzt das alte.

  • Erlaubt sind PNG, JPEG und GIF.
  • Die Obergrenze liegt bei 2 MB je Datei.
  • Bild löschen entfernt es wieder.

Die Bilder liegen in der Datenbank, nicht im Dateisystem — sie sind also in einer Datenbanksicherung enthalten. Skalier große Fotos vorher herunter: Ein 2-MB-Bild lädt am Handy im Mobilfunknetz spürbar langsam, und für eine Seekarte oder ein Lichterbild reichen in aller Regel deutlich kleinere Dateien.

Prüfungsparameter

Im Katalog-Formular gibt es das Feld-Set Prüfungssimulation mit drei Werten:

Feld Standard Bedeutung
Fragen 30 Wie viele Fragen ein Bogen enthält.
Minuten 45 Zeitlimit. Danach wird automatisch abgegeben.
Bestehen ab % 80 Ab wie viel Prozent richtiger Antworten „Bestanden!" erscheint.

Stell die Werte auf die echte Prüfung ein, die der Katalog abbildet — genau davon lebt die Simulation.

Beachte: In die Prüfung gehen nur Multiple-Choice-Fragen ein. Ein Katalog aus lauter Aufdeckkarten kann keine Simulation anbieten. Sind weniger MC-Fragen vorhanden als eingestellt, nimmt Lernlotte, was da ist.

Benutzer

Unter Verwaltung → Benutzer steht eine Tabelle mit Nickname | Rolle | Aktionen. Es gibt genau zwei Rollen: Admin und Nutzer. Ein Lehrer- oder Schülerkonzept gibt es nicht.

Möglich ist:

  • Zum Admin machen bzw. Admin entziehen
  • ein neues Passwort eintragen und Setzen — das ist der einzige Weg zurück, wenn jemand sein Passwort vergisst, denn es gibt keine E-Mail-Adressen und damit keine Selbsthilfe.
  • Löschen — mit Rückfrage „Konto … mit allen Lernständen endgültig löschen?"

Zwei Sicherungen sind eingebaut: Du kannst dir selbst nicht die Admin-Rolle entziehen und dein eigenes Konto hier nicht löschen. Damit sperrt sich niemand versehentlich aus.

Löschen — was wirklich verschwindet

An drei Stellen wird endgültig gelöscht. Es gibt keinen Papierkorb.

Aktion Was mitgeht
Frage löschen Die Frage, ihre Antwortoptionen, ihre Bilder — und die Lernstände aller Nutzer zu dieser Frage.
Katalog löschen Alle Kapitel, alle Fragen, alle Bilder, alle Lernstände.
Konto löschen Der Nutzer und sein kompletter Lernfortschritt.

Das Löschen eines Katalogs ist zusätzlich abgesichert: Du musst den Katalognamen von Hand eintippen, sonst bricht Lernlotte ab („Löschen abgebrochen — der eingegebene Name stimmt nicht überein."), und danach kommt noch ein Bestätigungsdialog.

Denk daran, dass an Fragen fremde Lernstände hängen. Wenn du eine Frage löschst, an der zwanzig Leute seit Monaten arbeiten, ist deren Arbeit an dieser Karte weg. Bei einem Tippfehler ist Bearbeiten fast immer die richtige Antwort, nicht Löschen und Neuanlegen — beim Bearbeiten bleiben die Lernstände erhalten.

Was es nicht gibt

Damit du nicht danach suchst:

  • Keinen Import und keinen Export. Kein CSV, kein Excel, keine Zwischenablage-Funktion. Fragen werden einzeln über die Oberfläche angelegt.
  • Keine Massenbearbeitung. Kein Verschieben mehrerer Fragen in ein anderes Kapitel, kein Suchen-und-Ersetzen über den Katalog.
  • Keine Vorschau. Wie eine Frage im Lernmodus aussieht, siehst du erst dort.
  • Keine Versionierung. Eine gespeicherte Änderung überschreibt die alte Fassung.

Für die einmalige Übernahme großer Fragenbestände aus einem Altsystem gibt es ein separates Kommandozeilenwerkzeug. Das ist Sache der technischen Betreuung und keine Funktion der Weboberfläche.

Für den Alltag heißt das: Plan für einen neuen Katalog mit einigen hundert Fragen echte Erfassungszeit ein — und leg die Kapitelstruktur vorher fest, damit du Fragen nicht nachträglich umsortieren musst.

Häufige Fragen

„Für heute ist alles erledigt" — aber ich will weiterlernen

Das ist der häufigste Punkt. Du hast alle fälligen Wiederholungen abgearbeitet und dein Tageslimit für neue Karten ausgeschöpft. Standardmäßig sind das 15 neue Fragen pro Tag und Katalog.

Du kannst das Limit in der Statistik hochsetzen. Überleg dir aber vorher, ob du das wirklich willst: Jede neue Karte erzeugt in den nächsten Wochen mehrere Wiederholungen. Wer heute 60 statt 15 neue Karten macht, hat in vier Tagen die vierfache Arbeit — nicht nur an einem Tag, sondern dauerhaft. Die ganze Begründung steht unter Warum das Tageslimit dein Freund ist.

Wenn du auf einen nahen Termin lernst und die Rechnung aufgeht, ist Hochsetzen richtig. Siehe Auf einen Prüfungstermin hinlernen.

Warum kommt dieselbe Frage schon wieder?

Wahrscheinlich ist sie in der Lernphase. Neue Karten und gerade falsch beantwortete Karten kommen nach 1 bis 10 Minuten noch einmal — im selben Durchgang. Das ist Absicht: Der erste Tag entscheidet, ob überhaupt etwas hängen bleibt.

Sobald du sie zweimal hintereinander kannst, wechselt sie in den Tagesrhythmus und du siehst sie tagelang nicht mehr.

Warum kommen die Fragen nicht in der Reihenfolge des Katalogs?

Weil Fälligkeit vor Reihenfolge geht. Zuerst kommen die Karten, die zur Wiederholung anstehen — quer über alle Kapitel. Erst wenn davon nichts mehr übrig ist, legt Lernlotte neue Fragen nach, und die kommen in Katalogreihenfolge.

Das Durcheinander ist außerdem gewollt: Es macht das Wissen belastbarer, siehe wünschenswerte Erschwernisse. Wenn du trotzdem gezielt ein Kapitel üben willst, nimm auf der Startseite das Dropdown Kapitel.

Ich habe mich verklickt

Passiert. Rückgängig machen lässt sich das nicht — es gibt keinen Zurück-Knopf.

Halb so wild: Hast du versehentlich falsch geantwortet, kommt die Karte in zehn Minuten wieder und ist gleich wieder eingefangen. Hast du versehentlich 👍 gedrückt, obwohl du es nicht wusstest, kommt sie später als nötig — dann liegst du eben einmal daneben und sie sortiert sich neu ein. Ein einzelner Ausrutscher richtet keinen bleibenden Schaden an.

Ich war zwei Wochen weg und habe 300 fällige Karten

Nicht zurücksetzen. Das ist kein Schaden, sondern nur ein Stapel.

  1. Tageslimit für neue Karten auf 0 setzen.
  2. Über mehrere Tage in normalen Portionen abarbeiten. Lernlotte gibt dir automatisch immer die am längsten überfällige Karte zuerst.
  3. Wenn „Heute fällig" wieder klein ist, das Limit zurückstellen.

Dass dabei vieles danebengeht, ist normal. Ausführlich unter Wenn du im Rückstand bist.

Kann ich zu einer Frage zurückblättern?

Im Lernmodus nicht. Wenn du eine Frage nachlesen willst, geh über den Menüpunkt Fragen — dort steht der ganze Katalog mit Antworten, durchsuchbar. Das verändert deinen Lernstand nicht.

In der Prüfung dagegen kannst du frei springen und Antworten ändern, solange du nicht abgegeben hast.

Zählt die Prüfungssimulation für meinen Lernstand?

Nein, überhaupt nicht. Kein Termin verschiebt sich, keine Trefferquote ändert sich, das Balkendiagramm bleibt unberührt. Du kannst so viele Simulationen laufen lassen, wie du willst.

Die Kehrseite: Falsch beantwortete Prüfungsfragen tauchen auch nicht automatisch häufiger im Lernmodus auf. Wenn dich eine Frage aus dem Ergebnis beschäftigt, musst du sie über den Lernmodus festigen.

Ich habe mein Passwort vergessen

Es gibt keine Funktion „Passwort vergessen" — Lernlotte kennt deine E-Mail-Adresse nicht und kann dir deshalb nichts zuschicken.

Wende dich an die Person, die das Lernportal betreibt. Administratoren können unter Verwaltung → Benutzer ein neues Passwort setzen.

Mein Konto ist gesperrt

Nach zehn Fehlversuchen sperrt Lernlotte vorübergehend. Warte ein paar Minuten und versuch es erneut. Das ist ein Schutz gegen automatisiertes Durchprobieren, kein Defekt.

Muss ich mich jedes Mal neu anmelden?

Nur wenn du beim Anmelden das Häkchen Angemeldet bleiben entfernst. Ist es gesetzt — und das ist die Voreinstellung —, bleibst du 30 Tage angemeldet, und jeder Besuch verlängert die Frist. Auf dem eigenen Gerät solltest du es gesetzt lassen; auf einem fremden Rechner nimm es raus und melde dich hinterher ab.

Gibt es Lernlotte als App? Geht es offline?

Nein und nein. Lernlotte läuft im Browser und braucht eine Internetverbindung. Die Oberfläche ist aber fürs Handy gebaut — leg dir ein Lesezeichen auf den Startbildschirm, dann fühlt es sich fast wie eine App an.

Kann ich auf mehreren Geräten lernen?

Ja. Dein Lernstand hängt am Konto, nicht am Gerät. Melde dich einfach überall mit demselben Nickname an — morgens am Handy, abends am Rechner, alles fließt zusammen.

Nur die Design-Einstellung (hell/dunkel) hängt am jeweiligen Browser.

Meine Trefferquote liegt bei 85 % — ist das schlecht?

Nein, das ist der Zielbereich. Lernlotte plant die Termine bewusst so, dass ungefähr jede zehnte fällige Karte danebengeht — dort ist Wiederholen am wirksamsten.

Wenn du dauerhaft über 95 Prozent liegst, bewertest du dich bei Aufdeckkarten wahrscheinlich zu milde. Warum das so ist, steht unter Warum ausgerechnet 90 Prozent.

Eine Frage ist falsch oder unverständlich

In der App gibt es keine Meldefunktion. Sag der Person Bescheid, die das Portal betreibt — Administratoren können Fragen jederzeit korrigieren, ohne dass Lernstände verloren gehen.

Notier dir am besten Katalog, Kapitel und Fragennummer; die stehen im Kopf jeder Karte, zum Beispiel „Frage 47 · Kapitel 3".

Kann ich meinen Lernstand exportieren?

Nein. Es gibt keinen Export für Lernstände und keinen für Fragen.

Ich will noch einmal komplett von vorn anfangen

In der Statistik gibt es je Katalog den Knopf Lernstand zurücksetzen. Der löscht alle Wiederholungsdaten und deine gesamte Antworthistorie für diesen Katalog — unwiderruflich, ohne Papierkorb.

Überleg zweimal, ob du das willst. Bei einem Rückstand ist es fast immer die falsche Antwort; da hilft das Tageslimit auf 0 und ein paar ruhige Tage.